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Frauen in Afghanistan | Über Widerstand und Hoffnung

Anschließend Ausklang mit afghanischen Speisen & persönlichen Gesprächen im Café Historias

Am 5. Dezember 2026 erwartet Sie im Fritz Bauer Forum ein Abend, der Gespräch, Diskussion und Begegnung verbindet. Im Mittelpunkt stehen die Lebensrealitäten afghanischer Frauen, deren Stimmen zu selten gehört werden und deren Widerstand im Alltag häufig unsichtbar bleibt. Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 gilt die Lage der Frauen in Afghanistan als eine der gefährdetsten weltweit, und sie hat sich in diesem Jahr durch neue Gesetze, die Kriegsfolgen und internationale Hilfskürzungen weiter verschärft.

Anfang Januar erließen die Taliban ein neues Strafgesetzbuch, das laut der Frauenorganisation „medica mondiale“ Versklavung und Gewalt legalisiert und die Unterdrückung von Frauen festschreibt. Im Mai folgte nach Angaben der Organisation ein Gesetz, das die Zwangsverheiratung von Kindern legitimiert und Frauen die Scheidung selbst bei Gewalt erschwert. Die Mutter-Kind-Sterblichkeit hat sich in kürzester Zeit verdoppelt und zählt zu den höchsten weltweit.

Laut UN-Organisationen haben die De-facto-Behörden mehr als 100 Dekrete erlassen, die Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit einschränken. Schätzungsweise 2,4 Millionen Mädchen sind 2026 weiterhin systematisch vom Sekundarunterricht ausgeschlossen, und laut UNESCO ist Afghanistan das einzige Land der Welt, das Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung über die Grundschule hinaus formell verbietet. Das ist nur ein kurzer Überblick einer Entrechtung, die weit darüber hinausreicht und die rechtliche Gleichstellung aufgehoben hat.

Zu Gast sind an diesem Abend Nabila Lalee, deutsch-afghanische Journalistin und ehemalige Leiterin des dpa-Regionalbüros in Islamabad, sowie Sahra Rezaie, deutsche Jugenddelegierte zur Generalversammlung der Vereinten Nationen. Lalee berichtet regelmäßig aus Afghanistan und beschäftigt sich insbesondere mit der Situation und den Handlungsspielräumen von Frauen unter den Taliban – sie kennt die Lage von innen und ist im Oktober/ November erst in Afghanistan gewesen. Rezaie studiert Sozialwissenschaften in Düsseldorf und engagiert sich für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und die politische Teilhabe junger Menschen. Als afghanisch-deutsche Frau bringt sie sowohl persönliche Perspektiven als auch Erfahrungen aus der internationalen Menschenrechtsarbeit ein.

Begrüßen wird Sie Dr. Irmtrud Wojak, moderiert wird das Gespräch von Magdalena Köhler M.A. und Madiha Sarferaz von Ruhrpott für Europa. Sarferaz engagiert sich für Menschenrechte, Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe und bringt unter anderem Erfahrungen aus der ehrenamtlichen Arbeit im Frauenhaus und in der Flüchtlingshilfe mit. Gemeinsam sprechen sie mit den Gästen über das Aufwachsen und Leben in Afghanistan und Deutschland, über gesellschaftliche Wahrnehmung, Herausforderungen und die Frage, was in einer scheinbar ausweglosen Zeit Hoffnung geben kann.

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